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Die über 150jährige Geschichte von Lobo, Texas beginnt in der Mitte des neunzehnten
Jahrhunderts mit der Entdeckung des Van Horn Wells, einem Brunnen, der einzigen
Wasserquelle für einen Umkreis von fast 100 Meilen.
Zwischen 1850 und 1860 wurde dieser Ort eine Zwischenstation der Poststrecke "San
Antonio-San Diego". 1882 wurden die durstigen Pferde der Postkutschen durch die noch
wasserverschlingenderen Dampfloks der Eisenbahn ersetzt. In Lobo wurde ein neuer Brunnen
gebaut, ein Eisenbahn-Depot und eine Verladestelle eröffnet.
Im Jahr 1907 wurde zusätzlich eine Poststation von J. Curtis Jones verwaltet.
Die ersten Siedler gaben der Stadt den Namen "Lobo" (spanisch = Wolf), da zu
dieser Zeit einige Wolfsrudel das Gebiet verunsicherten. 1909 wurde die Stadt durch
den Bau des Lobo Hotels bereichert. Einige Händler und Siedler liessen sich in Lobo
nieder, um dort in bescheidenen Verhältnissen ihr Glück zu suchen.
1911 bewarb sich Lobo um den County-Seat (Landkreisstadt) des neu gegründeten
Culberson County, unterlag jedoch der zwölf Meilen entfernten Stadt Van Horn.
Insgesamt 20 Einwohner siedelten 1914 in den Stadtgrenzen, darunter auch zwei Ärzte.
Eine Automobil-Werkstatt und ein General Store werteten die Steppe in Texas erheblich
auf.
1929 und 1931 erschütterten zwei Erdbeben die Stadt - das prachtvolle
Lobo Hotel wurde zerstört. In der Mitte der Dreißiger sank die Einwohnerzahl
auf Zehn. 1942 wurde die Poststation wieder geschlossen. Dennoch erhöhte sich die
Einwohnerzahl auf 25, da die Eisenbahn und die Firmenzentrale der Texas Mica Company
genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stellte. Immer mehr kleine Firmen siedelten sich in
Lobo an.
 |  | 1962 lebten über 90 Einwohner in Lobo. Anfang der Sechziger sank der Wasserspiegel
jedoch dramatisch, die Brunnen von Lobo konnten nicht mehr genügend Wasser für alle
Bewohner, Industrie und Eisenbahn liefern. Durch den Bau eines Bahnhofes in Van Horn wurde
die Station in Lobo überflüssig, der industrielle Untergang Lobo's nahm seinen Lauf. Einige
Bewohner versuchten durch den Anbau von Baumwolle in Lobo zu überleben. 1969 befanden
sich nahezu keine Siedler mehr im Lobo, Bill Crist kaufte die gesamte Stadt,
eröffnete eine Tankstelle und einen General Store. Die Geschäfte liefen gut, allerdings
wurden durch Alkoholverkauf auch Drogen und Kriminalität in die Stadt gebracht - 1976
wurde der General Store niedergebrannt.
1988 versuchte Crist es ein zweites Mal: Er eröffnete ein Motel, plante einen
Campingplatz und wollte Lobo touristisch beleben. Persönliche Probleme zwangen Crist
1991 zur Aufgabe, Lobo wurde zur Geisterstadt.
Seit 05.11.2001 wird Lobo unter neuem Management verwaltet: Drei Deutsche aus
Frankfurt am Main kauften die gesamte Stadt.
Quelle:
Martin Donell Kohout, Handbook of Texas online
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